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CO2-Emissionen: Keine Anzeichen für eine Reduktion

Die globalen CO2-Emissionen sind immer noch zu hoch, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Das ist das Ergebnis des aktuellen Global Carbon Budget Report.

Der Global Carbon Budget Report, der jährlich von mehr als hundert Wissenschaftlern erstellt wird, analysiert die globale Kohlenstoffbilanz. Er betrachtet die CO2-Emissionen, die einerseits durch die Nutzung von Kohle, Öl, Gas und Zement und andererseits durch Landnutzung, zum Beispiel durch Entwaldung, entstehen. Er betrachtet auch die natürlichen Kohlenstoffsenken, wie die Ozeane.

Für 2022 erwarten die Forscher einen Gesamtausstoß von 40,6 Milliarden Tonnen CO2, was die Emissionen im Jahr vor Covid 2019 übersteigt.

Damit die EU ihre Klimaziele erreichen kann, müssen die Emissionen künftig stärker reduziert werden. Die Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament waren sich darauf einig.

Zweithöchster Emissionswert der Menschheitsgeschichte

Rund zehn Prozent der Emissionen lassen sich auf die Landnutzung, insbesondere die Entwaldung in den Tropen, zurückführen. Die restlichen neunzig Prozent stammen aus fossilen Quellen, einschließlich des erhöhten Ölverbrauchs infolge der Wiederbelebung des Flugverkehrs nach den Coronavirus-Lockdowns.

Mit einem Anstieg der CO2-Emissionen aus fossilen Quellen von „nur“ einem Prozent gegenüber 2021 ist die Steigerungsrate geringer als in den 2000er Jahren.

In neun Jahren könnte die 1,5-Grad-Grenze überschritten werden

Wenn die Emissionen auf dem aktuellen Niveau bleiben, besteht eine 50-prozentige Chance, dass die globale Erwärmung in nur neun Jahren um 1,5 Grad Celsius überschritten wird, schließt der Bericht.

Die Emissionen sind nicht überall gestiegen. In China beispielsweise sind sie im Vergleich zu 2021 um 0,9% und in der EU um 0,8% gesunken. In China lässt sich dies durch den pandemiebedingten Rückgang der Bautätigkeit erklären, in Europa durch einen geringeren Gasverbrauch, weil weniger Gas zur Verfügung steht.

Ohne natürliche CO2-Senken wäre der Klimawandel viel schlimmer

Forscher in den USA und Indien sehen einen Anstieg der CO2-Emissionen um 1,5 bzw. 6 Prozent. Während Inlandsflüge in den USA im Wesentlichen die Kohlenstoffemissionen in die Höhe treiben, gibt es in Indien den anhaltend starken Anstieg der Kohleverbrennung.

Zu den natürlichen Senken gehören die Ozeane, die sogenannte terrestrische Biosphäre – wie Wälder und Sümpfe – und das, was in der Atmosphäre verbleibt. Sie speichern etwa die Hälfte aller CO2-Emissionen, obwohl ihre Speicherkapazität mit zunehmendem Klimawandel abnimmt. „Wir wissen oft nicht, welche erstaunlichen und kostenlosen Ökosystemleistungen wir aus der terrestrischen Biosphäre und aus dem Ozean bekommen“, sagt Julia Pongratz.

Sonst wäre der Klimawandel doppelt so stark.

Natürliche Kohlenstoffspeicherung schneller verfügbar als Hightech-Lösungen
Umso wichtiger ist es, solche natürlichen Senken zu erhalten oder auszubauen. Das bestätigt auch eine aktuelle Studie des Clusters „Net-Zero-2050“ der Helmholtz-Klimainitiative. Darin verglichen Wissenschaftler*innen natürliche CO2-Reduktionsmethoden mit technischen Möglichkeiten – den sogenannten Maßnahmen zur Entfernung von Kohlendioxid (CDR).

Ihr Fazit: Ein Ausbau der natürlichen Kohlenstoffspeicherung ist bereits heute realisierbar. Auf der anderen Seite können Hightech-Lösungen nur in Jahren oder Jahrzehnten in großem Maßstab eingesetzt werden.

Ziel ist es, durch Wiedervernässungsmaßnahmen die jährliche Menge der aus entwässerten Mooren ausgewaschenen Treibhausgase bis 2030 um mindestens 5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent zu reduzieren. Trockengelegte Moore verursachen derzeit rund 7,5 Prozent der Treibhausgasemissionen in Deutschland.

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